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Novapad Sitzkissen: ergomisches Sitzen

Sitzen als neuro-funktionelles Problem Beim regelmäßigen, dauerhaften Sitzen im Alltag nimmt der Mensch ofteine wenig funktionelle Sitzhaltung ein, sodass sich in der Folge mehrund mehr Patienten mit Rückenschmerzen und Wirbelsäulenschäden inTherapie begeben müssen. Evolutionsgeschichtlich gesehen fehlen demMenschen jedoch bereits die anatomischen Voraussetzungen fürkörpergerechtes und damit "gesundes" Sitzen. Verschärft wird diesesProblem durch herkömmliche Stühle und Sitzauflagen, die Beschwerdenund Schädigungen hervorrufen respektive verschlimmern können. DasZiel heißt indes reguliert-dynamisches Sitzen. Denn durch aktiv-passivkontrollierte Bewegungen beim Sitzen im Sinne der funktionellenAnatomie können Schmerzen gelindert und Schäden vermieden werden. Schlüsselwörter: Sitzen, Sitzmöbel, PräventionSitzen als neuro-funktionelles Problem O. KellerWir sind nicht zum "Vielsitzer" geschaffenDer Mensch sitzt allein während seines Arbeitslebens bis zu 80.000Stunden und im Auto verbringt er durchschnittlich 1,3 Jahre seinesLebens. Häufiges und langes Sitzen kann indes das körperliche undgeistige Wohlbefinden nachhaltig beeinträchtigen und die persönlicheLeistungsfähigkeit negativ beeinflussen. Bedenkt man, dass Umfang undRegelmäßigkeit der in sitzender Position ausgeübten Tätigkeiten weiterzunehmen, den Statistiken zufolge zugleich aber immer mehr Menschenan Rückenschmerzen und Wirbelsäulenschäden leiden, wird deutlich,dass etwas getan werden muss. Eine der Hauptursachen fürneurologisch-orthopädische Rückenprobleme liegt jedoch nicht alleindarin begründet, dass sich der Mensch ganz allgemein zu einem"Vielsitzer" entwickelt hat. Vielmehr gehört ein Großteil der Patienten,die sich in physio-, ergo- und sporttherapeutischer Behandlung befinden,zu jener Gruppe von Menschen, die grundsätzlich falsch, das heißtneurophysiologisch-anatomisch unfunktionell sitzt.                                                                                                                                                                                                                                                                                          Wenn schon sitzen, dann wenigstens "richtig"Die meisten Stühle und Bürostühle, aber auch viele Sitzauflagenverhindern körpergerechtes Sitzen allerdings von vorne herein. Auf dieNachteile anatomisch unfunktioneller Stühle und Bürostühle hat bereitsSchoberth in zwei Abhandlungen über "Sitzhaltung - Sitzschäden -Sitzmöbel" (1962) und die "Orthopädie des Sitzens" (1989) hingewiesen.Zwar offeriert die Sitzmöbelindustrie ihre Produkte gern mitwerbewirksamen Schlagwörtern wie "Bewegung", "Aktivität" oder"Dynamik", und auch Ulrich Betz (1998) stellte in seinenUntersuchungen fest, dass es während des Sitzens darauf ankommt, dieMobilität des Körpers zu erhalten und zu fördern. Aber ausneurophysiologischer Sicht steht nicht allein "aktives" oder"dynamisches" Sitzen im Vordergrund, sondern vor allemreguliert-dynamisches Sitzen, also ein Sitzen, dessen Bewegungsabläufesich gemäß der funktionellen Anatomie im Sinne der "normalenBewegung" aktiv-passiv kontrolliert vollziehen.                                                                                                                                                                                                                                                                                        Mensch und Affe unterscheiden sich - auch im aufrechten GangDie aufrechte Haltung eines Vierfüßlers (Affe) unterscheidet sich vonderjenigen des Men-schen vor allem dadurch, dass die Kniegelenkegebeugt und die Wirbelsäule selbst bei Hal-tungsänderungen desRumpfes in kyphotischer Form flexiert bleiben. Das Becken dient hierdem Schutz innerer Organe und der Verankerung der Bauchmuskulatur,die den Inhalt der Bauchhöhle zu tragen hat. Beim Menschen ist dasBecken dagegen durch den aufrechten Gang zum Trageorgan für dieDarmschlingen geworden - daher auch die schaufelartige Form desDarmbeins. Dies hat zur Folge, dass die Bauchmuskulatur stärkerentlastet, aber auch insuffizienter und dünner ist als beim Vierfüßler.Das Becken des Menschen ist ein proximaler Schlüsselpunkt, über denBewegungen sowohl in Richtung des Kopfes als auch in Richtung derBeine weitergeleitet werden, wobei Beugung und Streckung bzw.Nutation und Gegennutation in den Iliosakralgelenken dieHauptbewegungen sind. Die fortlaufenden Bewegungen über dasBecken und die Oberschenkel spielen aber nicht nur beim Gehen einewichtige Rolle, sie sind entscheidend für körpergerechtes und mithin"gesundes" Sitzen. Um effizient zu sein, müssen sich die Bewegungen ineiner harmonischen Bewegungsabfolge vollziehen. In derBobath-Therapie spricht man hierbei von Alignment, das heißt, alleAnteile eines Gelenkes (Knochen, Bänder, Muskulatur, Kapsel,Nervenbahnen, Gefäße etc.) stehen während einer Haltung oder einerBewegungssequenz in einer ganz bestimmten Ausrichtung zueinander,um einen koordinierten Bewegungsablauf zu gewährleisten. EinMal-Alignment bedeutet dementsprechend die Störung diesesharmonischen Bewegungsablaufs. Teil I von Herrn O.KellerDipl. Physiotherapeut SRKZusammenfassung

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